Andacht zu Lukas 12,4-7
Leben und Tod (24. Sonntag nach Trinitatis), Tag 7


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Lesung:

Lukas 12,4-7

Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts mehr tun können. Ich will euch aber zeigen, vor wem ihr euch fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der, nachdem er getötet hat, auch Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, ich sage euch, vor dem fürchtet euch. Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei Groschen? Dennoch ist vor Gott nicht einer von ihnen vergessen. Aber auch die Haare auf eurem Haupt sind alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge.

 

 

Thema:

Es gibt Schlimmeres als Sterben

 

Auslegung:

„Wenn du Christus nicht abschwörst, musst du sterben!“, diesen Satz haben durch die Jahrhunderte hindurch verfolgte und gemarterte Christen gehört, und hören ihn in manchen Ländern dieser Erde bis heute. Wenn einem der Tod vor Augen steht, dann ist es wirklich die Frage: „Lohnt es sich, dafür in den Tod zu gehen?“ Ein paar einfache Worte würden reichen, um die Gefahr abzuwenden. Ein paar Worte aber reichen aus, und das Martyrium wird unausweichlich. Das zeigt an, wie wichtig „das Wort“ sein kann, das wir sprechen. Und es zeigt die Macht des Bekenntnisses, die Kraft der Standfestigkeit. Luthers Worte „daher kann und will ich nichts widerrufen“ auf dem Reichstag in Worms haben die Welt verändert – nur einige Worte.

„Fürchtet euch nicht“ und „fürchtet euch“ sind die bestimmenden Worte des Bibeltextes. Menschen können in ihrem Hass „nur“ den biologischen Tod herbeiführen, auf mehr haben sie nicht Zugriff. Sie können das biologische Leben nur um ein paar Jahre verkürzen. Das tut weh, ist aber angesichts ewigen Lebens oder ewiger Verdammnis von geringerer Bedeutung (V.5). Jesus redet nicht von der Wertlosigkeit irdischen Lebens, sondern davon, ob sich einer durch Druck vom Glauben abbringen lässt oder nicht. Jesus will Nachfolger, die das Bekenntnis des Evangeliums nicht anderen überlassen, sondern selbst die Sache ihres Herrn vertreten und verständlich machen, auch wenn das Risiken für das eigene Leben in sich birgt. Für immer von Gott getrennt zu sein, das ist die Hölle, das ist wirklich schlimm. Aber wen Gott kennt, der wird bei ihm nicht vergessen und bei ihm Heimat finden.

 

Gebet:

Jesus, ich bitte dich für verfolgte Christen in unserer Welt. Gib ihnen Tragfähigkeit für all das Leid, das sie erdulden müssen. Schenke ihnen Standfestigkeit, damit sie das Bekenntnis zu dir festhalten. Lass mich die Fürbitte für sie nicht vergessen.

 

Impuls:

Besorgen Sie sich von einer Missionsgesellschaft Informationen über verfolgte Christen und beten Sie eine Woche konkret für eine Person. (Tipp: Geben Sie in einer Suchmaschine des Internet Stichworte wie „Christenverfolgung“ ein.)

 

Ergebnis:

Den Glauben verlieren oder nicht finden ist schwerwiegender als der biologische Tod. Das erscheint hart, aber Jesus vermittelt andere Maßstäbe als üblich.

 

Hintergrundinformationen:

v     Luther wurde vom Deutschen Kaiser 1521 vor den Reichstag nach Worms geladen, um über seine Lehren befragt zu werden. Zwar wurde ihm freies Geleit zugesichert, doch musste er trotzdem damit rechnen, als Ketzer hingerichtet zu werden. Im Vertrauen auf Christus reiste Luther auf den Reichstag und bekannte mutig seinen Glauben.

v     Was heißt: den Leib töten? Sicher gehört dazu nicht nur der Körper, sondern auch der Bereich der Psyche. Auch sie kann von bösen, hassenden Menschen geschädigt oder zerstört werden. Das bevorstehende ewige Leben bei Gott kann einem Glaubenden aber durch äußere Gewalteinwirkung – sei sie körperlich oder seelisch – nicht geraubt werden, solange er an Gott festhält.

 

Autor dieser Andacht: Konrad Flämig