Andacht zu Prediger 3,1-14

 Leben und Tod (24. Sonntag nach Trinitatis), Tag 4


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Lesung:

Prediger 3,1-14

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit. Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon. Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes. Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Das alles tut Gott, dass man sich vor ihm fürchten soll.

 

 

Thema:

Alles hat seine Zeit

 

Auslegung:

Das Leben ist vergänglich. Man wird älter, bekommt Falten und Wehwehchen. Nicht alles gelingt, sondern manches geht auch schief und fällt zusammen. Unser Text beobachtet das Leben und er beschreibt es ohne Zweifel zutreffend: Lachen und weinen, klagen und tanzen: positive und beschwerliche Verben beschreiben die vielen Möglichkeiten unseres Lebens. Das Leben plätschert vor sich hin. Es gibt keine wirkliche Veränderung. Wir bleiben vergängliche Geschöpfe. Die häufige Wiederholung „... hat seine Zeit“ beschreibt diese Monotonie des Lebens.

Der einzige wirkliche Lichtblick ist Gott. Während der Mensch immer wieder feststellt, wie endlich seine Möglichkeiten sind, bestehen Gottes Taten in Ewigkeit. Die Ewigkeit Gottes durchbricht die Tretmühle der Vergänglichkeit und führt weiter. Wer seine ganze Kraft vergeudet, um es in dieser Welt zu etwas zu bringen, handelt töricht. Viel besser ist: Ganz in der Gegenwart bleiben und sich an dem freuen, was Gott täglich schenkt; den Blick freihalten für das Evangelium, durch das Gott die Ewigkeit in unser Herz legt. Der Einzelne ist Gott so wertvoll, dass er selbst Mensch wurde. Gott wendet sich dem frustrierten Menschen in großer Barmherzigkeit zu. Christus schenkt als guter Hirte „Leben und volle Genüge“ (Johannes 10,10), wertvolles und lebenswertes Leben. Deshalb lohnt es sich, sich ganz auf Christus einzulassen.

 

Gebet:

Herr, mein Gott, manchmal faszinieren mich die dunklen Seiten des Lebens. Ich lasse mich dann einfach treiben und mal geht es besser und manchmal schlechter. Hilf mir, dass ich mich an Jesus Christus aufrichte, der sich so sehr darum gekümmert hat, dass auch mein Leben gefüllt werden kann.

 

Impuls:

1. Denken Sie über den Vers nach, der sich in vielen Todesanzeigen findet: „Müh und Arbeit war sein Leben, immer eifrig seine Hand, Ruhe hat ihm Gott gegeben, Rasten hat er nie gekannt.“ Inwiefern finden sich hier die Gedanken unseres Textes wieder? Wo gib es Unterschiede?

2. Lernen Sie folgenden Liedvers auswendig: Sollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut er’s mit mir meint. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben.  Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

 

Hintergrundinformationen:

v     Der Vers zum Auswendiglernen ist der erste Vers des Liedes „Sollt ich meinem Gott nicht singen“ von Johann Schop. Das komplette Lied finden Sie im Evangelischen Gesangbuch unter Nr. 325.

 

Autor dieser Andacht: Konrad Flämig