Andacht zu Hiob 14,7-17
Leben und Tod (24. Sonntag nach Trinitatis), Tag 3


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Lesung:

Hiob 14,7-17

Denn ein Baum hat Hoffnung, auch wenn er abgehauen ist; er kann wieder ausschlagen, und seine Schösslinge bleiben nicht aus. Ob seine Wurzel in der Erde alt wird und sein Stumpf im Boden erstirbt, so grünt er doch wieder vom Geruch des Wassers und treibt Zweige wie eine junge Pflanze. Stirbt aber ein Mann, so ist er dahin; kommt ein Mensch um - wo ist er? Wie Wasser ausläuft aus dem See, und wie ein Strom versiegt und vertrocknet, so ist ein Mensch, wenn er sich niederlegt, er wird nicht wieder aufstehen; er wird nicht aufwachen, solange der Himmel bleibt, noch von seinem Schlaf erweckt werden. Ach dass du mich im Totenreich verwahren und verbergen wolltest, bis dein Zorn sich legt, und mir ein Ziel setzen und dann an mich denken wolltest! Meinst du, ein toter Mensch wird wieder leben? Alle Tage meines Dienstes wollte ich harren, bis meine Ablösung kommt. Du würdest rufen und ich dir antworten; es würde dich verlangen nach dem Werk deiner Hände. Dann würdest du meine Schritte zählen, aber hättest doch nicht acht auf meine Sünden. Du würdest meine Übertretung in ein Bündlein versiegeln und meine Schuld übertünchen.

 

Thema:

Verzweiflung pur

 

Auslegung:

Hiob ist ein geplagter Mensch, eine Last nach der anderen wird ihm aufgepackt. Ein Unglück nach dem anderen trifft ihn. Sein Leid ist sprichwörtlich geworden. Ist es verwunderlich, wenn jemand in einer solchen Situation verzweifelt ist? Nein! Zum Tod (und Hiob hatte immerhin den Tod seiner 10 Kinder zu verkraften) gehören Schmerz, Verzweiflung, das bohrende Warum und die Ausweglosigkeit! Unbeholfen und fassungslos stehen seine Freunde daneben, ohne den Schmerz wirklich ermessen zu können. Verzweiflung und Ausweglosigkeit sind zugelassen, auch wenn jemand den Trost durch den Glauben kennt. Zunächst einmal gilt es, auszuharren und die riesengroße Spannung auszuhalten, die in der Verzweiflung liegt. Wir modernen Menschen sind oft ungeduldig, weil uns die Dimension der Tiefe fehlt. Wir denken, es muss doch alles Negative schnell vorbeigehen, schnell zugedeckt werden. Oder wir rufen nach Hilfe: „Da muss doch mal einer etwas tun!“ – obwohl keiner etwas tun kann.

Leid und Trauer mit Würde aushalten, das ist meiner Meinung nach der erste Schritt zum Verstehen. Den Schmerz des anderen oder den eigenen Schmerz respektieren, ohne ihn sofort glatt zu bügeln, das ist der nächste Schritt. Einfach da sein und mittragen, ohne zu belehren, das ist der dritte Schritt. Gott schenke uns viele Leute, die den anderen im Schmerz nicht allein lassen und auch dann nicht weglaufen, wenn sie nicht helfen können. Gott schenke uns viele Leute, die mit uns beten und die Verzweiflung vor Gott bringen.

 

Gebet:

Herr, mein Gott, wenn mir Lasten beschert sind, dann lass sie mich mit Würde tragen und aushalten, ohne daran kaputt zu gehen. Schenke mir Kraft dazu.

 

Impuls:

Achten Sie auf die Menschen in Ihrer Umgebung. Wer ist so von Schmerz getroffen, dass ihm eine Begleitung gut täte?

 

Ergebnis:

Verzweiflung ist voller Spannung, voller aufgewühlter Gefühle. Wir brauchen Kraft, sie auszuhalten und sie in ein Gebet umzuwandeln.

 

Autor dieser Andacht: Konrad Flämig